 Die Feuchtwiesen des Prangerstadel am Weg zur Bremer
Hütte.
Gipfel und Nordostgrat.


Ausblick am Aperer Feuerstein gegen Grüblferner
und Östlicher Feuerstein: Links der Nordostgrat, rechts Westlicher Feuerstein,
davor der Nordgrat (Aufnahme von Tour 296).
|
Anfahrt von der Brenner-Autobahn
über Steinach ins Gschnitztal. P (gebührenpflichtig) nach dem
Straßenende beim Gasthaus Feuerstein. Auch gute Busverbindung von Steinach (s.a.
Google Maps, Wetter bei weather.com). 1. Tag
Vom P auf Forststraße taleinwärts. Später wechselt der Weg auf die rechte Bachseite.
Noch vor der Laponesalm (Laponisalm) kommt man in offene Wiesen. Nach
der Alm zweigt der bez. Pfad rechts vom Fahrweg ab um nun die weite, über 500m hohe
Talstufe emporzuklettern. Nach langer Steilpassage durch dichten Wald, später Buschwerk,
geht es in längerer Traverse auf die Schwelle der Talstufe, dem Prangerstadel,
dem die ausgedehnten Feuchtwiesenböden der Simmingalm am wild verzweigten
Zusammenfluss zweier Bachläufe (s. oberes Bild) folgen. Über den Bach und vorbei am
kleinen Simmingsee geht es kurz nach Süden in Kehren einen grünen, plattigen
Hang empor und dann oben auf dem ebenen, plattigen Gletscherschliffrücken des Mitteregg
folgend nach Westen bis schließlich nach 3:20 die bis zuletzt verborgene Bremer Hütte
erreicht ist.
2.Tag
Von der Hütte führt ein bez. Pfad mit unterwegs etwa 25m Höhenverlust die rechte Flanke
über dem Hochtal des Hintersimming entlang um zuletzt in steilen Kehren (teils
Fixseile) über Felsschrofen zur Zollwachthütte am Simmingjöchl, 2764m,
anzusteigen (1:05).
Hier nach links (mark.) über einen Felsrücken und mit etwa 25m Verlust vor die
Gletscherzunge des Aperen-Feuerstein-Ferner. Den steileren Teil der Stirn umgeht
man rechts und steigt dann lange mäßig, erst zuletzt steiler, zur Nürnberger
Scharte, 2914m, an (0:50). Nun ergeben sich drei Möglichkeiten nach Südosten
fortzusetzen: unmittelbarer Abstieg auf den jenseitigen oberen Grüblferner oder
nach links über den vom Pflerscher Hochjoch herabstreichenden Felsrücken oder
knapp links unter diesem in dessen Firnflanke. Hier die letztere Variante: Nachdem man so
den ersten ausgedehnten Felsgrataufwurf P 3038 links umgangen hat, steigt man steil
über Firn in den folgenden Sattel P 3026 an. Nun auf der Anhöhe über grobe
Felsblöcke und Platten weiter, bis man eine geeignete Stelle zum kurzen Abstieg auf den
obersten, mäßig ansteigenden Grüblferner findet. An dessen linkem Rand (ggf. vereinzelt
schmale Querspalten) in gleicher Richtung weiter um in der hintersten Ecke unter den
Felsen des Pflerscher Hochjoch, 3166m, dem ersten Aufwurf im felsigen
Feuerstein-Nordostgrat, steiler bis auf die Anhöhe zu steigen (0:55). Von hier folgt man
dem gesamten Felsgrat (I): anfangs eher flach rechts der Schneide weiter, geht es bei der
ersten höheren Gratstufe kurz nach links in die steile Südseite. Darüber teils auf
Steigspur erneut flacher weiter, über den nächsten Absatz P 3223 hinweg und
darüber einfacher bis zum höchsten Punkt mit Kreuz und Buch (1:05).
Abstieg auf dem Anstiegswege: 0:45 bis zum Pflerscher Hochjoch, über P 3038 in die
Nürnberger Scharte (0:55), 0:30 bis zum Simmingjöchl, 0:50 zur Bremer Hütte, 2:30 zum
P.
- Download der einfachen Wegstrecke (erster Tag 7.4 Kilometer, zweiter Tag 4.5 Kilometer)
als GPX-Datei.
Fotos: Thehighrisepages.de |
- Der Übergang zum Zwilling Westlicher Feuerstein, 3250m, hier wegen zu hoher
Schneeauflage nicht begangen, folgt dem Verbindungsgrat: Erst auf breitem, aber steilen
Rücken in die Scharte hinab, dann wohl knapp über die steile, oberste Nordwestseite
(Blockwerk) und einfacher über einen breiten Rücken auf den ausgedehnten Gipfel.
- Sehr lange, aber landschaftlich beeindruckende Zweitagestour. Ist erst einmal die
gewaltige Talstufe unter dem Prangerstadel überwunden - der hohe Wasserfall bleibt auf
dem Weg allerdings verdeckt - tritt man in eine urgewaltige Bergkulisse, Erbe vergangener
Gletscher, in der die Zeit still zu stehen scheint. Blanke Gletscherschliffbänke liegen
wie Aussichtsbalkone über weiten, tief ausgeschürften Becken in denen labyrinthische
Gletscherabflüsse hinträumen. Eine derart archaische Szenerie findet man in den Alpen
selten. Auch der teilweise gesicherte Übergang übers Simmingjöchl zur Nürnberger
Hütte steht diesen Eindrücken nicht nach.
- Erweiterungsmöglichkeit Aperer Feuerstein, 2968m, der Nürnberger
Scharte nördlich benachbart: auf Steigspur geradewegs über den felsigen Südgrat (I) zum
großen Steinmann auf dem höchsten Punkt (0:30 hin und zurück, vergl. unteres Bild).
- Den Gipfel kann man ab Nürnberger Scharte auch nach Querung über den Grüblferner
(Längsspalten) und entlang des Nordgrates (I, Blockwerk, zuoberst ggf. Firn, vergl.
unteres Bild) erreichen.
- Tour alleine begangen.
|