 Gipfelpanorama Westliche Floitenspitze:
nach Südwesten zu Tribbachsattel und Schwarzenstein.
Rechts unter dem Gipfel das Felsköpfl, von dem nach links die teils überfirnte Tribbachschneide
herab zieht. Links im Vordergrund die Nordwestflanke der Floitenspitze.
nach Nordosten gegen Großer Löffler, davor auf dem
Grat die Östliche Floitenspitze.


Im Mörchnerkar zwischen Berliner Hütte und Schwarzensteinkees.
Links oben Berliner Spitze, rechts der Turnerkamp.
Die Schwarzensteinhütte vor der Kulisse der Dolomiten.


Am Saurüssel oderhalb der Berliner Hütte.
Fotos: Thehighrisepages.de |
Anfahrt über Mayrhofen
(Zillertal) ins Schlegeistal zum großen P (gebührenpflichtig) am Gasthof
Breitlahner (s.a. Google
Maps, Wetter bei weather.com). 1. Tag
Vom Gasthof Breitlahner über den Zemmbach und taleinwärts auf Fahrweg Nr. 523
vorbei an der Klauenalm und an der Schwemmalm. Weiter in einigen
Serpentinen zur Grawandhütte. Nun durch die Zemmschlucht zum Gasthof
Alpenrose, wo man den Wald hinter sich lässt, und schließlich auf Bergsteig zur Berliner
Hütte (2:35).
2. Tag
Großer Mörchner: Von der Hütte über den Südhang Richtung Schwarzsee
und beim ersten Abzweig den unteren Weg weiter. Dieser führt quer durchs hintere Feldkar
und von dort über einen steilen Grasrücken, den unteren Saurüssel, hoch auf
die linke Talschulter mit dem Mörchnerkar unter dem Schwarzensteinkees.
Man quert weiter bis unter einen großen Felssporn um darauf über den weiten, gut
mittelsteilen, über 300m hohen Gletscherhang hoch zum ausgedehnten Schwarzensteinsattel
auf über etwa 3140m anzusteigen (4:20). Auf diesem Gletschersattel vor dem Fuße der
Randkuppe P 3188 nach links über Blöcke mit Höhenverlust zur Scharte P 3150
queren oder besser über die Kuppe hinweg und von dort in die Scharte hinab. Aus der
Scharte erst nach links den Bergfuß des Mörchner queren um über die mittlere, recht
steile Südwestflanke zu einer niedrigen Felsstufe anzusteigen. Kurz nach links über die
Stufe hinweg und darüber über die etwas weniger steile oberste Gipfelflanke zum
höchsten Punkt. Der Gipfelsteinmann ist nach 1:00 erreicht.
Abstieg über Nachbarkuppe P 3188 zurück zum weiten Schwarzensteinsattel. Nun über
die ganze Gletscherkalotte (vereinzelt schmale Spalten) hinüber zum Felsköpfl
P 3236 (1:45). Über dieses hinweg und dahinter den Steigspuren nach über steilen
erdigen Schutt hinab auf den Firnrücken der obersten Tribbachschneide. Ein
weiter Absatz wird links hinab verlassen, dann geht es über ebenes Blockwerk an die
aussichtsreiche Schwarzensteinhütte (0:55).
3. Tag
Von der Hütte rechts unter der Anhöhe der Tribbachschneide auf dem Gletscher höher bis
auf den vergletscherten Tribbachsattel P 3028 (vergl. oberstes Bild). Nun
nach rechts, um schräg über die mäßig geneigte Nordwestflanke (Firn und Felsblöcke)
unter Tribbachkopf und Westliche Floitenspitze anzusteigen. Auf
halbem Wege erreicht man die Anhöhe und geht über den übrigen Südwestrücken bis unter
eine felsige Steilstufe (III-). Diese kann links im Steilfirn umgangen werden. Über ihr
führt ein kurzer steiler Firnkamm auf den höchsten Punkt mit Kreuz (1:15).
Abstieg zurück zum Tribbachsattel (0:30). Von dort über den flachen Gletscher zur nahen
Tribbachschneide, die man oberhalb des weiten Absatzes betritt. Nun über die bereits im
Abstieg begangene steile oberste Schuttpassage unter dem Felsköpfl, über dieses hinweg
und nach links über das oberste Schwarzensteinkees (meist breite Trasse) zum Beginn des
felsigen Nordostgrates (durchweg Gehgelände) des Schwarzenstein, der
mäßig ansteigend zum höchsten Punkt mit Kreuz führt (1:30).
Vom Gipfel über den Nordostgrat zurück auf das weite Schwarzensteinkees. Nach der
Gletscherhochfläche am Schwarzensteinsattel links hinab um wieder auf den Moränensteig
im Mörchnerkar zu gelangen. Über die Gratrippe des Saurüssel (s. unterstes Bild)
hinunter ins Feldkar und weiter zur Berliner Hütte (3:30).
4. Tag
Von der Hütte nach Süden über den nahen Zemmbach. Über weite Gletscherschliffbänke
hinüber an den Bergfuß des Roßrugg und dort nach rechts querend weiter bis
über den Abfluss des Waxeggkees (mit insgesamt etwa 100 Meter Höhenverlust) und
zuletzt die untere Randmoräne hinauf, wo man auf den Bergsteig vom Gasthof Alpenrose und
damit den Weg Nr. 502, dem Berliner Höhenweg, stößt. Nun diesem Weg folgend
die ganze Randmoräne bis unter die erste Felsrippe hinauf, dann nach rechts in Kehren
über begrüntes Schrofengelände höher, bis man in ein Blockfeld, dem Garbenkar,
unter den äußersten Ausläufern des felsigen Nordostgrates gelangt. Durchs Blockmeer
nach links höher bis unter die Felsabstürze. Die unterste plattige Passage ist
seilversichert, darüber geht es in Kehren auf die Anhöhe. Auf dem lange nur sanft
ansteigenden Felsrücken weiter bis an den Beginn des steilen oberen Gratabschnitts. Die
erste Hälfte wird direkt über die Schneide erklommen, dann weicht man nach links in die
obere Gipfelflanke (I, Fixseile) aus. Dort geht es steil über Blockwerk und kürzere
Rinnen bis in die Schönbichler Scharte auf 3081m. Nun nach rechts über
Felsstufen zum höchsten Punkt am Schönbichler Horn mit Kreuz und Buch
(3:20).
Abstieg bis zur unteren Randmoräne wie Aufstieg, dann nach links hinüber zum Gasthof
Alpenrose (2:25). Über die Zemmschlucht und Grawandhütte zum Ausgangspunkt am Gasthof
Breitlahner (1:50). |
- Landschaftlich besonders reizvolles und abwechslungsreiches Tourengebiet. Bereits der
Aufstieg zur Berliner Hütte zwischen den riesigen Plattenfluchten beiderseits der
Zemmschlucht kann begeistern.
Der Aufstieg zum Schwarzensteinkees führt aussichtsreich über die Schulter eines großen
Trogtales, weiter oben wird man mit den Gletscherweiten des Schwarzensteinsattels und
prachtvollem Ausblick auf den Nachbarn Großer Löffler belohnt. Der eher kurze
Abstieg zur Schwarzensteinhütte führt dazu über den Alpenhauptkamm, womit man
unvermittelt auf die Alpensüdseite mit Ahrntal und Ausblick zur Rieserfernergruppe
wechselt.
- Der Ausblick vom Schwarzenstein langt für eine sehr lange Gipfelrast: In der Nähe
Großer Löffler, weiter entfernt Großer Venediger, Dreiherrnspitze, Rötspitze
und Hochgall, ganz weit weg sind die Spitzen von Großglockner und Glocknerwand
zu entdecken. Im Süden steigen die Sextener Dolomiten auf, überragt in der
Ferne von Antelao, Monte Pelmo und Tofanen. Es folgen Marmolda
und Sellagruppe. Im Südwesten, in weiter Ferne, glänzen die Gletscherweiten der
Ortleralpen, während sich im Westen ganz nah die beeindruckenden Kolosse Turnerkamp
und Großer Möseler vordrängen. Am Schönbichler Horn
bestechen neben der Aussicht auf den ganz nahen Großen Möseler die Tiefblicke auf
Schlegeis- und Waxeggkees.
- Die Berliner Hütte selbst besticht durch unvergleichliche Größe und Prunk, Ausdruck
einstiger Herrschaftsgröße der Kaiserzeit. Die zweistöckige Lobby mit großem
Deckenleuchter und der gewaltige Speisesaal, einzigartig für ein Berghotel, sind alleine
einen Besuch wert. Das vierstöckige Zentralgebäude mit seinem größtenteils
holzgetäfelten Interieur stammt in dieser Form von 1912 und wurde als erste AV-Hütte
unter Denkmalschutz gestellt. Dazu kommen etliche Anbauten und weitere Einzelgebäude.
- Am zweiten Tourentag bereits eine Stunde oberhalb der Berliner Hütte im Neuschnee, und
noch am dritten Tourentag lagen 40cm Neuschnee in der Gipfelregion.
- Den Schwarzensteinsattel sollte man nicht ohne Seilsicherung begehen.
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